Analysen der Friedrich-Ebert-Stiftung zur Finanzkrise Konferenzbericht
Verteilungskampf oder Solidarität
der Generationen?
Generationengerechtigkeit in Zeiten
der Wirtschafts- und Finanzkrise
Im Frühjahr 2009 wurde erstmals
eine Schuldenbremse im Grundgesetz
verankert. Das bedeutet:
Ab 2016 darf sich der Bund nur
in sehr begrenztem Umfang neu verschulden; ab 2020 ist es den Bundesländern sogar gesetzlich untersagt,
neue Kredite aufzunehmen. Dies diene der Generationengerechtigkeit, so
die Einschätzung der Politik. Gut ein Jahr nach Einführung dieser Neuerung
hat die FES zur Diskussion einer Zwischenbilanz eingeladen:
»Verteilungskampf oder Solidarität unter den Generationen? Generationengerechtigkeit
in Zeiten der Wirtschafts- und Finanzkrise«. Mit dieser
Publikation liegt die Konferenzdokumentation vor.
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Wolfgang Münchau
Letzter Ausweg gemeinsame Anpassung – die Eurozone zwischen Depression und Spaltung
(Juni 2010)
Aus deutscher Sicht liegt die Ursache der
europäischen Schuldenkrise in mangelnder
Haushaltsdisziplin, aus spanischer Sicht sind
Spekulanten an der Krise schuld. In beiden
Fällen werden die Interdependenzen privater
und staatlicher Schulden verkannt und
innereuro päische Leistungsungleichgewichte
ignoriert. Der jetzige Versuch des kollektiven
Sparens führt in die Depression, eine Sanierung
der Eurozone durch Inflation und/oder
Ver besserung der gemeinsamen Leistungsbilanz
zu weltwirtschaftlichen Verwerfungen
und eine Fortsetzung der innereuopäischen
Leistungskonkurrenz zur Spaltung. Als
einziger Ausweg bleibt eine symmetrische
Anpassung, bei der bisherige Überschussländer
wie Deutschland Defi zite akzeptieren, damit
Länder wie Spanien ihre aufgelaufenen
Defizite reduzieren können.
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Christoph Pohlmann, Stephan Reichert, Hubert René Schillinger (Hrsg.)
Die G-20: Auf dem Weg zu einer »Weltwirtschaftsregierung«?
(Juni 2010)
Im Herbst 2008 stand das Weltwirtschaftssystem am Abgrund. Die internationale
Gemeinschaft war mit der größten Finanz- und Wirtschaftskrise seit der Großen
Depression der 1930er Jahre konfrontiert. Auf die erste globale Finanz- und Wirtschaftskrise
des 21. Jahrhunderts haben die führenden Industrie- und Schwellenländer
im Rahmen der neu formierten »Gruppe der 20« (G-20) mit einer Serie von Weltwirtschaftsgipfeln
reagiert, auf denen zur Rettung der Weltwirtschaft u.a. konjunkturelle
Stützungsmaßnahmen in bisher ungekanntem Ausmaß verabredet wurden. Was als
Ad-hoc-Gipfel zum Krisenmanagement begonnen hatte, scheint sich inzwischen als
feste Einrichtung etabliert zu haben. Die G-20 ist dabei die G-8 als wichtigstes weltwirtschaftliches
Koordinationsforum zu verdrängen.
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Christoph Pohlmann, Stephan Reichert, Hubert René Schillinger (eds.)
The G-20:
A »Global Economic Government« in the Making?
In autumn 2008, the world economic system stood at the edge of an abyss. The
international community was confronted by the biggest financial and economic crisis
since the Great Depression of the 1930s. The leading industrialised and emerging
countries, within the framework of the newly formed »Group of 20« (G-20), reacted
to the first global financial and economic crisis of the twenty-first century with a
series of world economic summits, at which, among other things, economic support
measures on an unprecedented scale were agreed in order to rescue the global
economy. What began as an ad-hoc meeting of heads of states and governments
for the purpose of crisis management seems to have developed into an established
leaders‘ forum. At the same time, the G-20 seems to have to superseded the G-8 as
the premier forum for global economic governance.
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Harald Noack und
Karl-Peter Schackmann-Fallis
Lehren aus der
Finanzmarktkrise ziehen
(Mai 2010)
Es war ein Fehlurteil, davon auszugehen, dass die Finanzmärkte imstande sind, sich selbst in Teilen zu
regulieren. Der Prozess starker Deregulierung war hingegen eine der grundlegenden Ursachen für die
Finanzmarktkrise. Es ist deutlich geworden, dass Eigenkapitalrenditen von über 20 Prozent zum einen nicht dauerhaft
erreichbar sind und zum anderen nur durch das Eingehen hoher Risiken kurzfristig erzielt werden
konnten. Der im Vorfeld der Krise einsetzende Prozess starker Disintermediation im traditionell einlagenbasierten
Kreditgeschäft erwies sich als nicht tragfähig. Es bedarf nicht einer Zurückdrängung von Finanzintermediären
zugunsten der Kreditverbriefung, sondern einer Rückbesinnung der Banken auf
die klassischen Transformationsfunktionen. Das bedeutet für die Bankwirtschaft eine stärkere Fokussierung
auf die Realwirtschaft und besonders den Ausbau der Hausbankfunktion sowie der direkten
Kundenbeziehungen.
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Sebastian Dullien and Hansjörg Herr
EU Financial Market Reform
Status and Prospects, Spring 2010
(Mai 2010)
The financial and economic crisis has made it clear that the financial markets are in
need of far-reaching reform and more effective regulation. Since the most pressing
dangers have been averted and the economy in most industrialised countries is clear
of recession, however, the topic of financial market regulation has largely disappeared
from the public gaze. Having said that, a great deal is happening in the background with regard to financial
market regulation, including at the EU level. Against this background, economists
Sebastian Dullien and Hansjörg Herr present the current state of the debate in
some of the most important areas of EU financial market regulation and ongoing
legislative processes and evaluate the most important plans.
Mara Kuhl
Wem werden Konjunkturprogramme gerecht?
Eine budgetorientierte Gender-Analyse der Konjunkturpakete I und II
(Mai 2010)
Erst jüngst hat das Europäische Parlament die
Mitgliedstaaten der EU aufgefordert, eine gleichstellungspolitische
Folgenabschätzung vorzunehmen,
bevor sie Sparmaßnahmen auf den Weg
bringen, um zu vermeiden, dass Frauen überproportional
davon betroffen sein werden.“
Auf der Grundlage solcher Daten und Folgenabschätzungen
seien auch die „Maßnahmen
zur Förderung des wirtschaftlichen Wiederaufschwungs
auszugestalten, bei denen die Bedürfnisse
und die besondere Lage von Frauen und
Männern berücksichtigt werden, insbesondere
im Rahmen von integrierten politischen Lösungen
zur Förderung der Gleichstellung (Gender-Mainstreaming)
und im Rahmen einer Haushaltsanalyse
unter Berücksichtigung des Gleichstellungsaspektes (Gender-Budgeting).“
Dieser Aufforderung kommen die Mitgliedstaaten bislang nur sehr begrenzt nach. Dabei liegt es eigentlich auf der Hand: Wenn Gelder
verteilt oder eingespart werden sollen, hat das
Wirkungen auf die gesellschaftlichen Realitäten,
insbesondere auch auf die Geschlechterverhältnisse.
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Klaus Busch
European Economic Government
and Wage Policy Coordination -
The Eurozone Crisis Calls for Structural Reforms
(Mai 2010)
The euro’s Greek crisis has triggered a long overdue debate on the structural defects of European economic policy and the imbalances in intra-European trade. It is now time to make good the Maastricht Treaty’s shortcomings with regard to the construction of Economic and Monetary Union (EMU). The Eurozone needs a European economic government, including the Europeanisation of budget competences in order to be able to operate an effective fiscal policy and prevent overindebtedness on the part of the member states. The Eurozone needs European coordination of national wage policies in order to be ableto prevent the distortion of competition and major imbalances in intra-European trade, with outright winners an
policies is also needed.
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Fricke / Kadritzke / Paes Mamede / Fernández de Lis und Ontiveros / Fink / Braun
Euroland Put to the Test
Can European Monetary Union Still Be Saved?
(Mai 2010)
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Fricke / Kadritzke / Paes Mamede / Fernández de Lis und Ontiveros / Fink / Braun
Euroland auf dem Prüfstand
Ist die Währungsunion noch zu retten?
(Mai 2010)
Die neueste Publikation der Internationalen Politikanalyse pünktlich zum gestarteten EU-Gipfel.
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Sebastian Dullien / Hansjörg Herr
Die EU-Finanzmarktreform
Stand und Perspektiven im Frühjahr 2010
(April 2010)
Die Finanz- und Wirtschaftskrise hat deutlich gemacht, dass die Finanzmärkte umfassender
Reformen und effektiverer Regulierung bedürfen. Seit allerdings die akuten
Krisengefahren gebannt sind und die Wirtschaft in den allermeisten Industrieländern
die Rezession hinter sich gelassen hat, ist das Thema Finanzmarktregulierung weitgehend
aus der öffentlichen Wahrnehmung verschwunden. Tatsächlich aber passiert im Hintergrund sehr viel bei der Finanzmarktregulierung,
auch auf Ebene der Europäischen Union. Vor diesem Hintergrund stellen die
Ökonomen Sebastian Dullien und Hansjörg Herr in diesem Papier für einige der wichtigsten
Bereiche der EU-Finanzmarktregulierung den aktuellen Stand der Debatten
und Gesetzgebungsverfahren dar und bewerten die wichtigsten Vorhaben. Die Autoren kommen zu dem Ergebnis, dass die aktuellen Reformüberlegungen auf
EU-Ebene zwar in die richtige Richtung gehen, aber nicht ausreichend sind, um eine
nachhaltige Stabilität des EU-Finanzsystems zu gewährleisten.
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Michael Dauderstädt
Staatsschulden und Schuldenstaaten -
Europa braucht ein neues Wachstumsmodell
(April 2010)
In der Krise wachsen Haushaltsdefizite
und Staatsschulden, ohne die jedoch die
Rezession noch schlimmer ausgefallen
wäre. Einigen hoch verschuldeten
Ländern scheint der Staatsbankrott zu
drohen. Die Lösung dieser Probleme
liegt in einem anders verteilten
Wachstum. Es kann aber nur dadurch
entstehen, dass die Überschüsse der
reichen Länder und privaten Gläubigerhaushalte
abgebaut werden – wenn
nicht über den Markt, dann durch
politisch und demokratisch kontrollierte
Finanztransfers, die in Europa mehr
supranationales Denken erfordern.
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Klaus Busch
Europäische Wirtschaftsregierung
und Koordinierung der Lohnpolitik -
Krise der Eurozone verlangt Strukturreformen
(März 2010)
Die Griechenlandkrise des Euro hat eine längst fällige Debatte über die Strukturmängel der europäischen Wirtschaftspolitik und die Ungleichgewichte im innereuropäischen
Handel ausgelöst. Es ist an der Zeit, die Defizite der WWU-Konstruktion des
Maastrichter Vertrages zu heilen. Die Eurozone braucht eine Europäische Wirtschaftsregierung mit einer Europäisierung
der Haushaltskompetenz, um eine effektive Fiskalpolitik betreiben zu können
und eine Überschuldung der Mitgliedstaaten grundsätzlich verhindern zu können. Die Eurozone braucht eine europäische Koordinierung der nationalen Lohnpolitiken,
um eine Verzerrung der Wettbewerbsverhältnisse und große Ungleichgewichte im
innereuropäischen Handel mit einseitigen Gewinnern und Verlierern vermeiden zu
können. Zu diesem Zweck ist darüber hinaus auch eine Koordinierung der europäischen
Sozial- und Steuerpolitiken erforderlich.
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Arbeitskreis Europa
Weichenstellung für eine nachhaltige
europäische Wohlstandsstrategie
(Februar 2010)
Die Vorbereitungen für eine neue Zehnjahresstrategie der wirtschafts-
und beschäftigungspolitischen Koordinierung in der EU
(sog. »Post-Lissabonstrategie«) sind für den Arbeitskreis
Europa der Friedrich-Ebert-Stiftung Anlass, einige grundsätzliche
Aspekte der Politikkoordinierung in der EU zu hinterfragen. Im
Folgenden werden daher erstens der Mehrwert und die Notwendigkeit
einer europäischen Absprache und Einigung auf gemeinsame
Ziele dezentral stattfindender Politiken beschrieben.
Zweitens wird mit der »nachhaltigen Wohlstandsstrategie« die
Notwendigkeit eines neuen europäischen Leitbilds skizziert, das
sich abwendet von der Dominanz des reinen Wachstumswettbewerbs
der auslaufenden Lissabonstrategie. Schließlich werden
drittens Vorschläge unterbreitet, welche zusätzlichen Elemente
der Instrumentenbaukasten zur erfolgreichen Umsetzung dieser
neuen Leitidee europäischer Koordinierung enthalten sollte.
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Study Group Europe
Paving the Way for a Sustainable European Prosperity Strategy
(Februar 2010)
Preparations for a new ten-year strategy for economic and employment policy coordination in the EU have motivated the Friedrich-Ebert-Stiftung’s Study Group Europe to examine a number of fundamental aspects of policy coordination in the EU. In what follows, first, the added value and necessity of a European consultation and agreement on common decentral-ised policy goals are described. Second, the need for a new European ideal-model is outlined, in the form of a »sustainable prosperity strategy«, which bids farewell to the dominance of growth and competitiveness in the expiring Lisbon Strategy. Third and finally, proposals are presented which contain additional elements of a toolbox for the successful implementation of this new ideal-model of European coordination.
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Severin Fischer, Stefan Gran, Björn Hacker,
Anja P. Jakobi, Sebastian Petzold, Toralf Pusch,
Philipp Steinberg
EU 2020 –
Impulse für die Post-Lissabonstrategie
Progressive Politikvorschläge zur wirtschaftlichen,
sozialen und ökologischen Erneuerung Europas
(Februar 2010)
Die Lissabonstrategie ist mit ihrer vornehmlich angebotsseitig und
marktliberal aufgestellten Orientierung gescheitert, da sie die Notwendigkeit
eines europäischen Policy-Mix nicht erkannt hat.
In der Nachfolgestrategie »EU 2020« sollte ein veränderter Fokus zum
Tragen kommen, der das bisherige Wachstumsziel erweitert um die Gewährleistung
des qualitativen und nachhaltigen Wirtschaftens. Nur die Gleichrangigkeit der ökonomischen Integration mit sozialen
und ökologischen Zielsetzungen ermöglicht die Steigerung der sozialen
Produktivität in Europa.
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Felix Hörisch
Mehr Demokratie wagen – auch in der Wirtschaft
Die Weiterentwicklung der Unternehmensmitbestimmung
in Zeiten der Finanz- und Wirtschaftskrise
(Februar 2010)
Infolge der zunehmenden Internationalisierung
der Wirtschaft und der Rechtsformen von Unternehmen
wird von Politik, Arbeitgebern und
Gewerkschaften verstärkt über eine Reform
des deutschen Systems der Unternehmensmitbestimmung
diskutiert. Die Unternehmensmitbestimmung
stellt im europäischen Vergleich
keinen Sonderweg dar, sondern trägt in vielen
Staaten Europas dazu bei, auch Interessen von
Arbeitnehmern und Gesellschaft in die Unternehmenspolitik
einzubringen. Eine Abschwächung
der Arbeitnehmermitbestimmung in den Aufsichtsräten
von deutschen Unternehmen kann deshalb
nicht die Antwort auf die Finanz- und Wirtschaftskrise
sein. Die Weiterentwicklung der bestehenden
Mitbestimmung der Arbeitnehmer im Aufsichtsrat
könnte dagegen einen Beitrag dazu leisten, die
Unternehmenspolitik deutscher Unternehmen
wieder stärker an langfristigen und nachhaltigen Zielen auszurichten.
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Stefanie M. Moser
Von der Krise zum Aufbruch?
Die Republik Moldau nach dem Regierungswechsel
(Februar 2010)
Die Republik Moldau durchlebte 2009 ein Jahr der Krise, des Wandels und des Aufbruchs.
Dem Sieg der Kommunistischen Partei bei den Parlamentswahlen im April
folgten massive und gewaltsame Proteste auf den Straßen der Hauptstadt Chisinau.
Kurz darauf scheiterte die Wahl des Präsidenten im Parlament; aus den für Ende Juli
angesetzten Neuwahlen ging die demokratische Opposition knapp als Sieger hervor.
Der Sieg des demokratischen Lagers wurde erst durch den rasanten Aufstieg der
Demokratischen Partei (PDM) möglich. Die sozialdemokratisch orientierte PDM hatte
sich im Wahlkampf erfolgreich als Kraft der Mitte präsentiert und damit als eine
Alternative zu den stark polarisierten Kräften der bis dato im Parlament vertretenen Parteien.
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Klaus Busch
World Economic Crisis and the Welfare State -
Possible solutions to reduce the economic and social imbalances in the world economy, Europe and Germany
(Februar 2010)
There are many arguments in favour of the thesis that the world economy will not find it easy to return to the high growth rates of the pre-crisis era, in the wake of the dual crisis. The crisis and the subsequent weaker growth are putting welfare states in both the industrialised and developing countries under pressure. In Europe, cuts in services, as well as tax and contribution increases, are further entrenching the process of recommodification which has characterised the reform of European welfare states for years. The situation in the developing countries is more varied: in low income countries primarily under threat are informal social security systems and the first attempts at cash transfer systems. In middle income countries, in contrast, better growth prospects mean that the building up and expansion of social security systems can continue.
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Roland Feicht
Aktuelle Entwicklungen
in Südosteuropa
Wirtschaftskrise, politische Lage und Herausforderungen
für die Gewerkschaften
(Februar 2010)
Die globale Wirtschaftskrise hat auch Südosteuropa (SOE) im Jahr 2009 stark erschüttert.
Schätzungen für Ende des Jahres 2009 gehen von einem Rückgang des Wirtschaftswachstums
von durchschnittlich etwa vier Prozent aus. Für das Jahr 2010 wird ein
Nullwachstum bzw. ein bescheidenes Plus auf geschrumpftem Niveau prognostiziert.
Massive Konjunkturprogramme wie zum Teil in Westeuropa verabschiedet, wurden
in Südosteuropa nicht aufgelegt. Das vergleichsweise bedächtige Krisenmanagement
in SOE ist nicht zuletzt aber auch der eigenen Ohnmacht angesichts der großen
Abhängigkeit von den internationalen, vor allem europäischen wirtschaftlichen Entwicklungen geschuldet.
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Marc Chevalier
Die französische Industrie kämpft mit der Krise
(Februar 2010)
Die Industrie ist der von der Krise am
schwersten betroffene Wirtschaftszweig
Frankreichs. Über 269.000 Arbeitsplätze sind
zwischen Anfang 2008 und Ende 2009 verloren
gegangen, fast 8% der Beschäftigten.
Obwohl die Industrie nur 19% der Gesamtbeschäftigung
des französischen Privatsektors
ausmacht, entfallen auf sie
mehr als die Hälfte der verlorenen Stellen.
In dieser tristen Bilanz sind die Zeitarbeiter
nicht einmal mitgerechnet: Im Jahr 2008
und im ersten Halbjahr 2009 sank die Zahl
der in der Industrie beschäftigten Zeitarbeiter
um 140.000. Ursache für diese Entwicklung ist ein Produktionseinbruch, wie er seit dem Zweiten Weltkrieg ohne Beispiel ist.
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Heinz Albert Huthmacher
Das Land im Jahr der Doppelkrise
(Januar 2010)
Meg hát, majd csak lesz valahogyan: Ja, irgendwie wird es schon werden. In dieser Mischung aus sprichwörtlichem Fatalismus einerseits sowie vorsichtiger Zuversicht andererseits spiegelt sich die Stimmungslage der Mehrheit der ungarischen Bevölkerung zum Jahreswechsel 2009/2010. Dabei endete das Jahr der ungarischen Doppelkrise zumindest für die Anhänger der amtierenden ungarischen Regierung unter Ministerpräsident Gordon Bajnai und für die seit 2002 regierenden ungarischen Sozialisten (MSZP) durchaus hoffnungsvoll.
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Michael Dauderstädt
Die offenen Grenzen des Wachstums
(Januar 2010)
Langsam erholt sich die Weltwirtschaft vom tiefsten
Wachstumseinbruch der letzten achtzig Jahre. Überraschenderweise
hat die Krise die Reihen der
Wachstumskritiker bereichert. Zu den traditionellen
Pessimisten aus dem ökologischen Lager und den
Vertretern der Linken, die denken, dass uns die
Arbeit ausgeht, gesellen sich nun einige Konservative
und Liberale.2 Nachdem das finanzmarktgesteuerte
Wachs tumsmodell der zunehmenden Ungleichheit
und Ungleichgewichte gescheitert ist, wollen sie auf
Wachstum gleich ganz verzichten – was aus der Sicht
der immer noch Reichsten etwas leichter fällt als aus
Sicht der Milliarde hungernder Menschen oder der
Ausgegrenzten in den reicheren Ländern.
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Patrick Artus
Die deutsche Wirtschaftspolitik: ein Problem für Europa
(Januar 2010)
Außerhalb Deutschlands, insbesondere in Frankreich, wird die deutsche Wirtschaftspolitik oft als unkooperativ, ja gar als aggressiv, bezeichnet.
Man kritisiert die durch Lohnkostensenkung
erzielten Wettbewerbs- und Marktanteilsgewinne,
den sich verstärkenden
steuerpolitischen Wettbewerb, den mangelnden
deutschen Beistand bei der vor allem in Frankreich
artikulierten Kritik an der Politik des
starken Euro, die die EZB de facto betreibt,
und schließlich die zurückhaltende deutsche
Haushaltspolitik in Rezessionsjahren.
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Norbert von Hofmann
Die Schwellenländer Ostasiens und der G-20-Prozess
(Januar 2010)
Die Gruppe der zwanzig wichtigsten Industrie- und Schwellenländer (G-20) wird vermutlich das entscheidende Forum für Fragen der internationalen wirtschaftlichen Zusammenarbeit. Drei ostasiatische Schwellenländer - die VR China, Südkorea und Indonesien - sind Mitglieder in der G-20. Sie begrüßen einhellig die Aufwertung der G-20 zu einem Weltwirtschaftsgipfel. Verglichen mit der G-8 ist die G-20 in ihrer Zusammensetzung aus Industrie- und Entwicklungsländern wesentlich repräsentativer, dennoch stellt sich die Frage nach der Legitimität. Schwellenländer haben in der G-20 die Möglichkeit, ihre Positionen auf einem Forum gleichberechtigter Partner vorzutragen. Im Gegenzug müssen sie eine gemeinsame Verantwortung für die Lösung globaler Probleme akzeptieren. Während die Themen der Schwellenländer eher langfristig orientiert sind, sind die Industrieländer stärker an der kurzfristigen Lösung akuter Probleme interessiert, woraus sich die Frage ergibt, inwieweit die G-20 eine Zukunft hat. Wenn die G-20 über die Finanzkrise hinaus Bestand haben soll, müssen die Schwellenländer bereit sein, über spezifische Süd-Süd-Koalitionen hinaus auch Nord-Süd-Koalitionen einzugehen.
José Antonio Ocampo
Why Should The Global Reserve System Be Reformed?
(Januar 2010)
In 1971 the U.S. unilaterally abandoned the gold-dollar parity established in Bretton Woods. Since then the world has lived under a global monetary system based on an entirely fiduciary U.S. dollar—i.e., a dollar that has no backing except the trust in the government that issues it. Other currencies can compete with the dollar in terms of their potential as foreign exchange reserves, but the dollar is the dominant reserve currency—the “center” of the global reserve system. A complementary feature of the system is floating exchange rates among major currencies, with other countries free to adopt any exchange rate regime.
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Stewart Lansley
Die rasante Zunahme der Ungleichheit als Ursache für den Crash
(Dezember 2009)
Der wirtschaftliche Zusammenbruch ist überwiegend einer Kombination aus
globalem Ungleichgewicht, übermäßiger Fremdkapitalaufnahme der Banken,
unbesonnener Risikobereitschaft und überhöhter privater Verschuldung
zugeschrieben worden. Aber diese Erklärungen, die Schlagzeilen machten, sind
nicht die ganze Wahrheit. Die Ursachen für die direkten Auslöser der
derzeitigen Krise liegen in sehr viel tiefer verwurzelten wirtschaftlichen,
sozialen und politischen Umbrüchen der letzten dreißig Jahre. Die immer
größer werdende Ungleichheit trug entscheidend zu der wachsenden
Verletzbarkeit der britischen (und US-amerikanischen) Wirtschaft bei und
spielte eine wichtige Rolle in der Vorphase der Finanzkrise und bei dem darauf
folgenden Abschwung.
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Stewart Lansley
How soaring inequality contributed to the crash
(Dezember 2009)
The economic meltdown has been widely attributed to a combination of global
imbalances, excessive bank leveraging, reckless financial risk-taking and excessive
personal debt. But these headline explanations are only part of the story.
The immediate triggers of the current crisis have their roots in the much
more deep-rooted economic, social and political upheavals of the last thirty
years. Widening inequality became a key ingredient in the growing fragility of
the British (and US) economy and played a central role in the build-up to the
credit crunch and the subsequent recession.
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Norbert von Hofmann
The emerging economies of East Asia and the G-20 process
(December 2009)
The group of the 20 most important industrial and emerging economies (G-20) will most likely be the decisive platform for issues of international economic co-operation. Three emerging economies in East Asia are members of the G-20, the PR China, South Korea and Indonesia. All three welcomed the elevation of the G-20 to a world economic summit. The G-20 is in its composition far more inclusive compared to the G-8, but the question of legitimacy still remains. In the G-20 the emerging economies have the opportunity to present their positions on an equal footing. In return, the emerging economies have to accept a common responsibility for the solution of global problems. As the emerging economies are more oriented towards long-term issues, and the industrialised countries are more interested in the solution of short-term problems, the question on the future of the G-20 arises. If the G-20 should remain active beyond the financial crisis, the emerging economies have to be prepared to enter as well north-south coalitions besides specific south-south alliances.
Harald Noack ; Mechthild Schrooten
Die Zukunft der Landesbanken - zwischen Konsolidierung und neuem Geschäftsmodell: Kurzgutachten im Auftrag der Friedrich-Ebert-Stiftung
(Dezember 2009)
Die von den USA ausgegangene internationale Banken- und Finanzkrise hat das Finanzsystem
weltweit in eine systemgefährdende Schieflage
gebracht. In Deutschland sind es neben einigen
größeren privaten Kreditinstituten vor allem die
Landesbanken, die im Zuge des Platzens der US-amerikanischen
Immobilienblase hohe Abschreibungen
auf strukturierte Wertpapiere und eine
zunehmende Aufzehrung ihres Eigenkapitals zu
verkraften hatten. Letztlich konnten viele Landesbanken
nur durch Garantien und massive Eigenkapitalhilfen
von Seiten des Bundes, der Länder
und der Sparkassen gerettet werden. Dennoch
stellt sich auch heute noch die Situation für viele
Landesbanken kritisch dar.
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Klaus Busch
Weltwirtschaftskrise und Wohlfahrtsstaat
Lösungskonzepte zum Abbau ökonomischer und sozialer Ungleichgewichte in der Weltwirtschaft, in Europa und in Deutschland
(November 2009)
Mehrere Argumente sprechen für die These, dass die Weltwirtschaft nach der doppelten Krise nicht ohne Weiteres wieder zu den hohen Wachstumsraten der Vorkrisenära zurückkehren kann.
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Michael Dauderstädt
Kohäsion mit Defiziten: das europäische Wachstumsmodell in der Krise
(November 2009)
In den letzten Jahren ist Europa "zusammengewachsen" – dank
stärkerem Wachstum in den ärmeren
Ländern der Peripherie. Doch dieser
Kohäsionserfolg wurde vor allem mit
Schulden und Handelsbilanzdefiziten
erkauft. Die Finanzmarktkrise ließ
dieses Wachstumsmodell zusammenbrechen.
Nachhaltige Kohäsion
braucht eine solide Finanzierung,
die weniger unbeständigen und
kurzsichtigen Marktstimmungen
unterliegt, sondern politisch
reguliert werden muss.
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Ulrich Walwei
Expertise: Finanzkrise und
Arbeitslosenversicherung:
Wie weit soll und darf
sozialer Schutz gehen?
(November 2009)
In der gravierendsten Finanz- und Wirtschaftskrise
der deutschen Nachkriegszeit sehen führende
Wirtschaftsforschungsinstitute die deutsche
Wirtschaft im Herbst 2009 wieder auf einem
leichten Wachstumskurs. Arbeitsmarktexpertinnen
und Arbeitsmarktexperten befürchten allerdings,
dass ein Einbruch am Arbeitsmarkt und
ein Anstieg der Arbeitslosenzahlen 2010 noch bevorstehen.
Die Entwicklung der Arbeitslosigkeit
schlägt sich nicht allein in höheren Ausgaben für
die Arbeitslosenversicherung nieder. Sie hat auch
Konsequenzen für die anderen Bereiche der sozialen
Sicherung, insbesondere für die Gesundheits-
und Rentenversicherung. Bricht die Beschäftigung
ein, dann sinken in der Folge hier die
Einnahmen und die Systeme geraten unter Finanzierungsdruck.
Angesichts der angespannten
öffentlichen Haushaltslage wirft dies die Frage
auf, wie Mittel zu ihrer Stabilisierung zur Verfügung
gestellt werden können.
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Adelheid Biesecker, Gabriele Michalitsch, Sabine Reiner, Barbara Stiegler, Brigitte Young
Tagungsdokumentation: Antworten aus der
feministischen Ökonomie auf die globale Wirtschafts- und Finanzkrise
(Oktober 2009)
Im Sommer 2009 veranstaltete ein breites Bündnis
von Frauen aus Wissenschaft und Gesellschaft
ein Symposium, um nach Antworten der feministischen
Ökonomie auf die Krise zu suchen. Auslöser war die Beobachtung, dass Frauen
in der gegenwärtigen Analyse der Finanz- und
Wirtschaftskrise kaum auftauchen. Zunächst rein
optisch ist die Szene der Banker, Wirtschaftsexperten,
Politiker und Lobbyisten fast ausschließlich
männlich besetzt. Und auch in den Lösungsmöglichkeiten,
die diskutiert werden, spielt das
Geschlechterverhältnis keine Rolle. Dabei geht es
um nichts weniger als die Bewältigung der größten
Finanz- und Wirtschaftskrise seit 80 Jahren,
die die Menschen weltweit bedroht und somit
alle, ob Frauen oder Männer, in Haftung nimmt:
kollektiv über Staatsgarantien, Rettungsschirme
für Banken und öffentliche Konjunkturprogramme
ungekannten Ausmaßes und individuell etwa
durch den Verlust des Arbeitsplatzes, des Hauses,
der Geldanlagen.
Sebastian Dullien, Hansjörg Herr, Christian Kellermann
Der gute Kapitalismus … und was sich dafür nach der Krise ändern müsste
(Oktober 2009)
»Kann Kapitalismus gut sein? Ja – wenn er an die Leine genommen
wird!« So lautet die Kernaussage des Buches »Der Gute Kapitalismus …
und was sich dafür nach der Krise ändern müsste« (mit einem Vorwort von
Gesine Schwan), soeben erschienen im transcript Verlag. Die Friedrich-Ebert-Stifung (FES) stellt das Buch in Auszügen hier vor.
Es ist das Ergebnis eines Diskussionsprozesses der FES, der durch ein Seminar
mit Experten aus Finanz und Wirtschaft im Januar dieses Jahres angestoßen
wurde. Die Autoren des Buches fordern eine fundamentale Neuordnung des
Kapitalismus. Denn die Krise ist Folge eines exzessiven Finanzkapitalismus,
der nicht nur Finanzsysteme, sondern auch den Konsens der sozialen
Marktwirtschaft zerstöre. Ihr »Guter Kapitalismus« ruht auf vier Säulen: gezähmten Finanzmärkten,
guter Arbeit, europäischer Zusammenarbeit und weltweiten Regulierungen.
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Sebastian Dullien, Hansjörg Herr, Christian Kellermann
Good capitalism : ... and what would need to change for that
(Oktober 2009)
»Can capitalism be good? Yes – as long as it is effectively reined in!«
This is the core proposition of the book »Good Capitalism … and what
would need to change for that« (with a preface by Gesine Schwan), which
has just been published by transcript Verlag. The Friedrich Ebert Foundation (FES) here presents a number of excerpts
from the book – the result of a discussion process at the FES that was set
in motion by a seminar with experts from the financial and business sectors
held in January of this year. The book’s authors call for a fundamental reorientation of capitalism.
They see the present crisis as the result of an excessive, unbridled financial
capitalism that has destroyed not only financial systems but, along with
them, the consensus on which the social market economy has rested until
now. The authors’ »Good Capitalism« rests on four pillars: bridled financial
markets, decent work and working conditions, European cooperation and
enhanced regulation worldwide.
Nils Meyer-Ohlendorf, Aaron Best,
Michael Mehling, Katharina Umpfenbach
The Green New Deal -
Finanz- und Wirtschaftskrise als Chance für eine
ökologische Wirtschaftspolitik
(Oktober 2009)
Die wohl größte Wirtschaftskrise seit der Depression
der 1930er-Jahre stellt eine Chance für ökologische
Wirtschaftspolitik und nachhaltige Entwicklung dar.
Chancen bestehen sowohl kurzfristig als auch langfristig.
Insgesamt sind die langfristigen größer, wenn auch
die kurzfristigen Investitionsmöglichkeiten der Konjunkturprogramme
im Grundsatz erheblich sind. Obwohl es
sinnvoll ist, die Chancen dieser Krise zu betonen, sollte
nicht übersehen werden, dass sie auch erhebliche Risiken
für eine nachhaltige Entwicklung in sich birgt.
Vor allem langfristig ist die Wirtschafts- und Finanzkrise
eine wichtige Chance für nachhaltige Entwicklung,
da sie überkommene Strukturen in ungeahnter Vehemenz
auf den Prüfstand stellt. Die Krise zeigt, dass
Wirtschaftsstrukturen nicht in Stein gemeißelt und auch
in kurzer Zeit grundlegend veränderbar sind.
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Dialogue on Globalization / Ellen Ehmke, Mara Skaletz
Strengthening social security in economic crises -
The need for a social protection floor
(Oktober 2009)
The current economic and financial crisis has
created pressures on global financial markets,
national industries and the labor markets alike.
These pressures have not only resulted in the destruction
of billions of assets in the financial
world but also in rising unemployment in both
industrialized and developing countries, loss of
income and impoverishment. Governments have
reacted with the pledge to monitor and regulate
more. Besides they have put up – each one according
to its potential – huge investment programs
for public infrastructure and have created
fiscal incentives for public spending, all of which
are meant to alleviate the shocks that the crisis
has created for national economies. Surprisingly,
investment into social security programs has not
been at the centre of public attention. Despite
fears of rising unemployment the overall social
dimensions of the crisis have not yet been adequately
addressed in crisis response.
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WiSo-Diskurs / Diether Döring,
Stefan Greß,
Camille Logeay,
Rudolf Zwiener
Kurzfristige Auswirkungen
der Finanzmarktkrise auf die
sozialen Sicherungssysteme und
mittelfristiger Handlungsbedarf
(September 2009)
Aufgrund der gegenwärtigen Finanz- und Realmarktkrise
und des daraus resultierenden starken
Rückgangs des Wirtschaftswachstums ist zu erwarten,
dass es in Deutschland über den bisher
erfolgten, relativ moderaten Anstieg der Arbeitslosenzahlen
hinaus zu erheblichen Beschäftigungseinbußen
kommen wird. Hierbei besteht
die Gefahr, dass die Politik wieder in traditionelle
Argumentations- und Handlungsmuster verfällt,
um die sich abzeichnenden Finanzierungsprobleme
der sozialen Sicherungssysteme zu lösen.
So werden bereits jetzt wieder Senkungen der Sozialleistungen
sowie höhere Eigenleistungen und
Zuzahlungen diskutiert, um so den im Zuge der
Krise stark in Schieflage geratenen Staatshaushalt
wieder in ein Gleichgewicht zurückzubringen.
Zugleich erhofft man sich von diesen Kostensenkungen
wie auch von einer generellen Lohnzurückhaltung
oder gar Lohnsenkung, die Wirtschaft,
insbesondere die Exportwirtschaft, wieder
anzukurbeln.
Dialogue on Globalization / Andrew Mold and Annalisa Prizzon
How bad is bad?: The prospects for development finance in the ligtht of credit crisis
(August 2009)
Access for developing countries to external finance has become much more difficult since the beginning of the international financial crisis that began in the second half of 2007. Low-income countries are particularly dependent on external finance from official sources. The policy options for developing countries are thus twofold: Maximize remaining sources of external finance and put them to optimal use; and generate more and wider sources of internal development finance. Donors alike have serious challenges to meet on this score. If not in the 2009 budget cycle, by 2010 donors are most likely going to face some difficult decisions regarding ODA commitments. It will be of utmost importance to deliver on commitments made under the Paris Declaration to increase aid efficiency.
WiSo direkt / Wolfgang Rhode
Erste Priorität: Arbeitsplätze sichern!
(Juli 2009)
Die Metall- und Elektroindustrie steht angesichts schwerer Auftrags- und Produktionsrückgänge vor tiefgreifenden Herausforderungen. Erste Priorität muss sein, Arbeitsplätze zu sichern. Dies erfordert einen Staat, der sich nicht nur als Reparaturbetrieb des Kapitalismus sieht, sondern der auch gestalterisch eingreift. Eine ökologische Industrie- und Strukturpolitik sowie die Stärkung der Binnennachfrage und der Mitbestimmung stellen zentrale Stellschrauben dar, um die gegenwärtige Krise zu überwinden. Es geht auch darum, die zukünftige Wirtschaftsentwicklung auf einen nachhaltigeren Entwicklungspfad zu stellen, der die Interessen der Beschäftigten und der Allgemeinheit in den Mittelpunkt stellt.
Internationale Politikanalyse / Anke Hassel
Der Krise Perspektive geben - Markt und Staat in der europäischen Sozialdemokratie
(Juli 2009)
Kapitalismus im Umbruch: Die tiefgreifende politische, gesellschaftliche
und wirtschaftliche Transformation moderner Gesellschaften stellt die soziale
Demokratie vor die große Herausforderung, das Verhältnis von Politik
zur Marktwirtschaft neu zu definieren. Diese Herausforderung wird durch
die Finanzkrise weiter akzentuiert. Anke Hassel analysiert in einem Grundsatzpapier
die Rahmenbedingungen und Möglichkeiten für die Entwicklung
eines Marktmodells, das soziale Gerechtigkeit und Solidarität mit
wirtschaftlicher Dynamik und gesellschaftlicher Modernisierung verbindet.
Mit der Publikation möchte die FES einen Beitrag zu
der Debatte über das Verhältnis von Markt und Staat aus Sicht sozialer
Demokratie leisten. Sie soll in der Folge um europäische und internationale
Perspektiven ergänzt werden.
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WiSo direkt / Michael Dauderstädt
Krisenzeiten: Was Schulden vermögen und
was Vermögen schulden
(Juli 2009)
Die Finanzkrise hat gezeigt, dass ein System
mit immer ungleicherer Einkommens- und
Vermögensverteilung nicht stabil ist. Die
Überwindung muss an dieser Krisenursache
ansetzen und sollte nicht das Modell
kreditgetriebenen Wachstums an sich
untergraben. Die Einkommen der Schuldner
müssen wachsen und die Vermögensbesitzer
mehr für Konsum oder reale Investitionen
ausgeben. Das ist am ehesten in einem
erneuten Wachstumsprozess möglich,
dessen Ergebnisse aber anders verteilt
werden müssen. Dabei sollten weder
steigende Preise noch eine stärkere Rolle
des Staates bei der Umverteilung tabu
sein, denn als Alternative droht eine Spirale
sinkender Einkommen und zunehmender
Insolvenzen.
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Dialogue on Globalization / Cárdenas, Bettighofer, Schneiker
Finanzkrise in Kolumbien: Die Ruhe vor dem Sturm?
(Juni 2009)
Seit vergangenem Herbst werden die kolumbianischen Nachrichten von der Wirtschaft dominiert. Zum einen verloren Hunderttausende Kleinanleger bei undurchsichtigen und nach dem Schneeballprinzip konzipierten Geldwäsche-Geschäften ihr Vermögen. Zum anderen warf die von den USA ausgehende Finanzkrise ihre Schatten auf die kolumbianische Volkswirtschaft. Dabei sind die bisherigen Folgen für den kolumbianischen Fi-nanzsektor äußerst gering. Bspw. gingen der als eine der Hauptgeschädigten geltende Banco de la República weniger als 0,012 % ihrer internationalen Rücklagen und nur knapp 0,1 % ihrer in Pensionsfonds befindlichen Vermögenswerte verloren. Das kolumbianische Finanzsystem hat anscheinend aus den Fehlern der Vergangenheit gelernt und infolge der Finanzkrise in den 80er Jahren der kolumbianischen Zentralbank ein deutlich größeres Maß an Autonomie zugestanden, um eine unabhängige, landesweite Geldpolitik zu gewährleisten.
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WiSo direkt / Heinz-Peter Spahn
Wirtschaftspolitik zwischen Deflation und Inflation
(Juni 2009)
Die Entschlossenheit der Wirtschaftspolitik,
sich mit niedrigen Zinsen und
fiskalischen Impulsen gegen die
Weltwirtschaftskrise zu stemmen,
provoziert Inflationsbefürchtungen.
Sie beruhen teilweise auf Mißverständnissen
hinsichtlich des „Gelddruckens“
der Notenbanken. Die Geldpolitik
verfügt über alle Mittel, künftige
Preissteigerungen in Grenzen zu
halten. Angezeigt ist eine schärfere
Regulierung des Banksystems und eine
spätere schrittweise Konsolidierung
der Staatsfinanzen.
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Fokus Türkei
The Global Economic Crisis and its Impacts on Turkey
(June 2009)
Turkey’s recent history following the 2001 economic crisis should be divided into two
sub-periods: 2002 to 2006, and 2007 to 2009. The former period was characterized by
a notable average annual GDP growth of 7.2%, declining inflation (from around 70% to
10%) and relative economic and political stability under a single party government. The
global environment was conducive to economic growth, with an increase in capital inflows
to emerging markets, which Turkey benefitted from extensively. Fiscal discipline was
maintained, bringing the budget deficit from around 12% of the GDP in 2002 to 0.6% in
2006. Along with with increased capital inflow, interest rates were falling and confidence
in the economy was improving as a result of the implementation of an IMF program which
set into motion a series of reforms in the banking and public sectors. Turkey became an
EU member candidate in 2005, further contributing to the positive outlook of the country.
During the years 2007 to 2009, however, trends in growth dynamics and the international
environment changed, leading to an increasingly pessimistic outlook for Turkey’s economy.
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WiSo direkt / Andreas Botsch
Auswirkungen der finanz- und realmarktwirtschaftlichen
Entwicklung auf die sozialen Sicherungssysteme
(Juni 2009)
Nach Jahren einschneidender Reformen
stehen die sozialen Sicherungssysteme
in Deutschland in Folge der schwersten
Wirtschaftskrise vor ihrer vermutlich größten
Belastungsprobe der Nachkriegszeit. Derzeit
besteht zwar noch kein akuter Alarm, da – im Gegensatz zu überwiegend kapitalmarktfinanzierten
Systemen – die tragenden Säulen der
sozialen Sicherheit umlagefinanziert sind. Dennoch bedarf es angesichts der absehbaren
Belastungen der öffentlichen Haushalte auch
hierzulande einer längerfristigen Neuausrichtung
hin zu universellen sozialen Sicherungssystemen,
wie einer Bürgerversicherung
(Gesundheit), einer Erwerbstätigenversicherung
(Rente) oder dem Umbau der Arbeitslosenversicherung
zu einer Arbeitsversicherung.
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Dialogue on Globalization / Occasional Papers
Towards a Renewed Debt Crisis? -
Risk Profiles of the poorest countries in the
light of the global economic slowdown
(June 2009)
Much of the debate on the global financial and economic crisis has focused on the advanced
industrialized economies, although it is now increasingly recognized that developing countries
are severely affected by the crisis. Quite contrary to the supposed decoupling of the growth dynamic in developing countries from the global economic cycle, developing countries
are affected by the current crisis via several transmission channels, such as a decline in
exports, falling commodity prices, reduction in remittances, currency depreciations, reduced or even reversed capital infl ows and investment as well as reduced availability of credit.
There is not doubt that the poorest developing countries will suffer most from the crisis.
They are disproportionately hard hit, and their fiscal space for short-term policy responses
is very limited. At the same time, they have poorly developed systems of social protection.
Growth in many low-income countries is sharply decelerating, due to collapsing world trade
and commodity prices, lower foreign direct investments, and falling tourism revenues.
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Dialogue on Globalization / Briefing Paper
Some Reflections on the Current Global Crisis from a Developing Countries Perspective
(May 2009)
The current global crisis originated in the US fi-nancial system. Since it is the center of a net-work that interlinks national financial systems of almost all countries in the world, the crisis spread out very quickly. The fall in asset prices, the liquidity contraction and the increased un-certainty in financial markets gradually started to affect economic activity. The resulting contraction in aggregate demand spread out all over the world through international trade channels, reinforcing the contractive forces. According to the IMF the world economy would experience in 2009 the biggest contraction in the last 60 years. Most analysts agree that the world economy is going through the worst crisis since the Great Depression.
Dialogue on Globalization / Occasional Papers New York
Re-Defining the Global Economy
(April 2009)
The idea for Re-Defining the Global Economy grew out of a meeting on the financial
crisis that took place on 13 November 2008, just two days before the original G-20
Summit and two weeks before the United Nations Review Conference on Financing
for Development. Co-sponsored by Initiative for Policy Dialogue at Columbia
University and the Friedrich-Ebert-Stiftung New York office, the meeting was led by
Nobel Laureate Joseph Stiglitz, who was joined by more than 50 expert academics,
international regulators, banking representatives and policymakers from the US,
Europe, Asia and Latin America in a frank discussion of the financial crisis, its
causes and the future of financial regulation and institutions. Following the meeting,
we in the Friedrich-Ebert-Stiftung wanted to organize a broader discussion based
upon the questions raised by each of these events and by the unfolding crisis itself.
In particular, we hoped to solicit more input from the developing world and on
behalf of trade unions and other parts of society whose needs and concerns did not
necessarily have a representative voice within the G-20.
Publikation als pdf-Dokument
Fabiola Mieres
Financing for Development and the Reform of the Financial Architecture: A View from Latin America
(April 2009)
Fabiola Mieres provides a Latin American perspective on development finance and the reform of the global financial architecture, and gives a quick overview of Latin American approaches to fight the financial crisis. She stresses that Latin American countries have to be incorporated in international decision making mechanisms. Furthermore, the author suggests to strengthen regional development banks, to regulate the international financial markets and to give more political space to Latin American countries to design proper public policy so that they can “take the bull by the horns” in fighting the economic crisis and assuring long term development.
Publikation als pdf-Dokument
Managerkreis der FES
Ansätze zur
Finanzmarktregulierung
(April 2009)
Der Ausbruch der Finanzmarktkrise führte zu Reaktionen,
die sich noch vor einem Jahr niemand hätte
vorstellen können: Banken müssen mit Milliardenbeträgen gestützt werden. Selbst Verstaatlichung ist
kein Tabuthema mehr. Weitere Milliarden an Steuergeldern
werden aufgebracht, um im Zuge des weltweiten Konjunktureinbruchs ganze Volkswirtschaften
vor dem Zusammenbruch zu retten. Die Finanzmarkt- und
Wirtschaftskrise steht am Ende einer langen Phase
der Liberalisierung der Finanzmärkte, in der vor
allem auf den freien Kapitalverkehr und deregulierte
Märkte vertraut wurde.
Allerdings zeigen die Ereignisse der letzten Monate,
dass die große Freiheit zu gefährlichen Fehlentwicklungen
geführt hat – mit dramatischen Folgen. Um
dies für die Zukunft zu verhindern, gilt es nun, tragfähige
Strukturen für eine Regulierung der Finanzmärkte
zu finden. Mehr Kontrolle durch den Staat ist gefragt.
Doch wie viel muss sein? Und wie viel Freiheit
braucht die Finanzbranche, um agieren zu können?
Veranstaltungsbericht als pdf-Dokument
Evamaria Weisser
Financing the United Nations
(April 2009)
Global problems and crises require global management,
a task that the United Nations (UN) undertakes.
However, it is an undertaking that also requires the
necessary funding.
Financing of the UN is a highly political issue. The key
points in the delicate debate are the scale of assessments
for each member state, the UN budget and perceived
managerial inefficiency. It is a debate about the general
fairness of sharing the financial burdens and maintaining
an equal power division while being independent of
national interests. It is also the debate about the UN
itself, its demand for reforms and its importance within
the international arena.
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Christan Kellermann und Andreas Kammer
Stillstand in der europäischen Steuerpolitik -
Welche Wege aus dem Wettbewerb um die niedrigsten
Steuern?
(April 2009)
Obwohl der Steuerwettbewerb in der EU schädliche Konsequenzen für
die Mitgliedsstaaten und ihre Steuerzahler hat, bewegt sich in dieser Frage
kaum etwas. Ohne eine europäische Lösung verschärft sich der schädliche
Wettbewerb um die niedrigsten Steuern für Unternehmen zusehends. Verlierer des Steuerwettbewerbs sind mittlere und niedrige Einkommensgruppen,
Verbraucher sowie der regional gebundene Mittelstand –
sie zahlen letztlich für die »Steueroptimierungsstrategien« des mobilen
Kapitals. Für eine gerechte Steuerpolitik in Europa ist es notwendig, die Unternehmensbesteuerung
zu harmonisieren und einen Mindeststeuersatz einzuführen.
Dieses Ziel ist in der momentanen politischen und institutionellen
Verfasstheit der EU jedoch unrealistisch.
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Karl Kauermann und Philipp Fink
Welche nachhaltigen Lösungen für die Finanz- und Wirtschaftskrise gibt es?
(April 2009)
Einige Beobachter halten ausschließlich die Insolvenz der Investmentbank Lehman Brothers am 15. September 2008 für den Auslöser der gegenwärtigen Finanz- und Wirtschaftskrise.Doch diese Betrachtungsweise übersieht, dass die eigentlichen Ursachen weiter zurück liegen.Zur Bewältigung ist nun ein neuer ordnungspolitischer Rahmen vonnöten, auch international.
Nicht nur dieser Artikel, sondern die gesamte April-Ausgabe widmet sich dem Thema Finanz- und Wirtschaftskrise.
Link zum Artikel in der Zeitschrift Neue Gesellschaft / Frankfurter Hefte
Michael Dauderstädt und Ernst Hillebrand
Exporteuropameister Deutschland und die Krise
(April 2009)
Deutschlands Exportmanie schadet der
Binnennachfrage, schwächt die Exportfähigkeit
der EU-Partner, verschärft die
Ungleichheit und ist eine der Wurzeln der
europäischen Schuldenkrise. Hunderte
von Milliarden aufgehäufter deutscher
Überschüsse und entsprechender Defizite
der EU-Partner müssen ins Gleichgewicht
gebracht werden, um den Wachstumsprozess
in Europa wieder in Schwung zu bringen.
Dazu müssen Deutschland und die EU
ihre traditionellen Wachstumsmodelle
überprüfen.
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Evamaria Weisser
Financing the United Nations
(März 2009)
Global problems and crises require global management,
a task that the United Nations (UN) undertakes.
However, it is an undertaking that also requires the
necessary funding.
Financing of the UN is a highly political issue. The key
points in the delicate debate are the scale of assessments
for each member state, the UN budget and perceived
managerial inefficiency. It is a debate about the general
fairness of sharing the financial burdens and maintaining
an equal power division while being independent of
national interests. It is also the debate about the UN
itself, its demand for reforms and its importance within
the international arena.
Christian Kellermann
Der IWF als Hüter des Weltgelds? Zum chinesischen Vorschlag einer globalen Währung
(März 2009)
Der chinesische Vorschlag, im Internationalen Währungsfonds (IWF) eine Weltwährung in Konkurrenz zum Dollar anzusiedeln, sorgt weltweit für Unruhe, Verwirrung und Erstaunen. Die Sorge um einen Dollarabsturz könnte diese Idee motiviert haben. Die Furcht vor Einschränkungen im grenzüberschreitenden Kapitalverkehr und andere protektionistische Maßnahmen könnten ebenfalls eine Rolle gespielt haben. In diesem Papier wird der chinesische Vorschlag zunächst in die Geschichte des IWF zurückverfolgt, der bereits über eine solche Kunstwährung verfügt, deren Rolle aber von Anfang an höchst umstritten und beschränkt war. Zudem wird der IWF auf seine Tauglichkeit als möglicher Hüter eines solchen Weltgeldes hin überprüft. Immerhin hat sich der IWF in den letzten zehn Jahren großer Kritik aussetzen müssen und fiel eher durch zunehmende Bedeutungslosigkeit auf, was vor allem mit seiner eigenen Trägheit und Unreformierbarkeit in Bezug auf das einseitige neoliberale Wirtschaftsverständnis
zusammenhing.
Interview des DR (Deutschlandradio) mit dem Autor (verfügbar bis 25.8.2009)
Markus Schreyer
Weltwirtschaftskrise 2009: Notwendige wirtschaftspolitische Schritte zur Überwindung einer Bilanzrezession
(März 2009)
Die internationale Finanzkrise ist auf dem besten Wege, sich zu einer weltweiten Wirtschaftskrise zu entwickeln. Bei dem sich abzeichnenden schweren Abschwung handelt es sich nicht um eine gewöhnliche Rezession, sondern um eine Bilanzrezession. In dieser stößt eine expansive Geldpolitik schnell an ihre Grenzen. Nur eine nachhaltige Stabilisierung des Finanzsektors durch eine Entlastung der Bankbilanzen von Problemaktiva kann die Krise rasch überwinden. Komplementär dazu bedarf es einer möglichst international abgestimmten expansiven Fiskalpolitik, um den wirtschaftlichen Abschwungprozess zu durchbrechen.
René Bormann, Michael Dauderstädt, Michael Fischer, Markus Schreyer
Studie: Wohlstand durch Produktivität - Deutschland im internationalen Vergleich
(März 2009)
Die Studie „Wohlstand durch Produktivität – Deutschland im internationalen Vergleich“ untersucht die Wachstumsentwicklung sechs großer Volkswirtschaften während der letzten 50 Jahre: Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Niederlande, Schweden und USA. Diese Länder können für Deutschland partiellen Vorbildcharakter haben: Sie repräsentieren einerseits unterschiedliche Wachstumspfade, schließen andererseits aber keine Extremfälle wie z.B. Irland ein, dessen Wachstumsmodell kaum auf eine große Volkswirtschaft übertragbar ist. Im Rahmen ihres internationalen Vergleichs unternimmt die von der Friedrich-Ebert-Stiftung im Herbst 2007 in Auftrag gegebene Studie von The Conference Board eine genauere Analyse der Faktoren des Wohlstandswachstums und ihrer Zusammensetzung. Durchgeführt und im Herbst 2008 abgeschlossen, wurde sie von einem Team unter der Leitung von Prof. Dr. Bart van Ark. Die hier vorliegende deutsche Zusammenfassung der Studie wurde von den unterzeichnenden Autoren der Abteilung Wirtschafts- und Sozialpolitik der Friedrich-Ebert-Stiftung erstellt und spiegelt daher nicht zwingend in allen Punkten die Ansichten des Conference Board wider.
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Arbeitskreis Europa
Finanzmärkte zivilisieren! 12 Vorschläge zur Regulierung der europäischen
Finanzmarktarchitektur
(März 2009)
Die seit Sommer 2007 andauernde und 2008 massiv eskalierte Krise der Finanzmärkte ist die schwerste seit der Weltwirtschaftskrise von 1929-1933. Sie führt zu großen Schäden nicht nur im Finanzsektor selbst, sondern auch in der Realwirtschaft – mit massiven Auswirkungen auf Bürgerinnen und Bürger bzw. Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer. Die Folgen aggressiven Risikoverhaltens von Investoren und Finanzinstitutionen und deren Jagd nach Extremrenditen müssen nun durch die Allgemeinheit aufgefangen werden. Die Sozialisierung der Verluste durch den Einsatz gewaltiger Mittel aus Steuern und Reserven der Zentralbanken trifft die breite Bevölkerung.
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Svenja Blanke
Finanzkrise in Mexiko: Der große Tsunami aus dem nahen Norden
(März 2009)
Svenja Blanke sieht Mexiko insbesondere durch die Nähe zum großen Nachbarn im Norden in den Strudel der Weltwirtschaftskrise geraten. Die Reformen nach der Krise 1994 erweisen sich heute als hilfreich, können jedoch auch den Verfall des Peso,nicht verhindern. Ein Konjunkturpaket soll nun die Ausmaße des wirtschaftlichen Einbruchs für Unternehmen und Bürger abfedern.
Axel Schmidt
Südafrika im Spagat zwischen Wirtschaftskrise und Wahlkampf
(März 2009)
Nachdem die internationale Finanzkrise Südafrika härter getroffen hat als von der Regierung erwartet, möchte sie nun mit Hilfe von sozialen Förderungsmaßnahmen und Investitionen in die Infrastruktur des Landes der Krise entgegenwirken. Der weitere Kurs des Landes ist so kurz vor den umkämpften Wahlen allerdings nur bedingt vorhersehbar.
Stephen Haseler
Großbritanniens Weg aus der Krise: Weg von Washington und der Wall Street,
hin zu seinen europaischen Verbundeten?
(März 2009)
Die Finanzkrise hat die britische Wirtschaft stark erschüttert. Großbritanniens enge Bindungen zur US-amerikanischen Wirtschaft und Börse, ihr enormer Finanzsektor und die relativ isolierte Position innerhalb der EU, sind bedeutende Faktoren, die Großbritannien zum Verhängnis werden. Es überrascht daher nicht, dass Zweifel an bestehenden Strukturen aufkommen. Könnten ein erstarkter Staat, eine stärkere Integration in die EU und eine schrittweise Abwendung vom amerikanischen Wirtschaftsmodell einen Weg aus der Krise darstellen?
Stephany Griffith-Jones
How To Create Better Financial Regulation & Institutions
(März 2009)
It is useful to put crises and responses to them into a historical context. Firstly, it is important to stress that after the Great Depression, the financial sector – particularly, but not only, in the US – was re-regulated carefully, most notably by the Glass-Steagall Act of 1933. During the next 40 years, the financial sector was closely regulated, capital accounts were essentially closed, and there were practically no financial crises. Since the 1970’s, and especially during the 1980’s and 1990’s, there has been far-reaching deregulation, both at national and international levels. Since the 1980’s, there have also been frequent and deep financial crises, both in the developing and developed world. These crises have been extremely costly in terms of growth and development. Barry Eichengreen (2004) gives the staggering estimate that over the last quarter of a century, currency and banking crises have reduced the incomes of developing countries by 25 percent.
Internationale Politikanalyse
Welche zukünftige Rolle für den Staat?
(Februar 2009)
In persönlichen Antworten umreißen Peter Bofinger, Erhard Eppler, Andrew Gamble, Anatol Lieven, David Marquand, Thomas Meyer, Donald Sassoon, Gesine Schwan, Wolfgang Thierse und Polly Toynbee wichtige Themen und Perspektiven des notwendigen Wandels.
International Policy Analysis
What Future Role for the State?
(February 2009)
Peter Bofinger, Erhard Eppler, Andrew Gamble, Anatol Lieven, David Marquand, Thomas Meyer, Donald Sassoon, Gesine Schwan, Wolfgang Thierse and Polly Toynbee identify recurring themes and offer new perspectives for change.
Martin Schulz
Global Economic Imbalances: Challenges for the International Financial System in Times of Crisis
(Februar 2009)
Two months after the failure of Lehman Brothers in New York, financial activity in the U.S., Europe, and Japan basically had come to a halt, and the ongoing spill-over into the world’s “real” economy raised even more questions about causes and consequences. Amidst much panic and hasty policy making, the focus of an international conference organized by the Friedrich-Ebert-Stiftung and the School of Economics of Renmin University of China however, was not the search for fast fixes, but sound analysis of the possible link between a more long-term global imbalance of over-consumption and deficits in the U.S. and some European countries, and the over-production and surpluses in Asia and Germany.
Konferenzbericht als pdf-Dokument
Knut Panknin
Paradigmenwechsel in der Sozialpolitik? Das US-amerikanische Konjunkturpaket und die Gewerkschaften
(Februar 2009)
Ein erster Meilenstein zur Rettung der US-amerikanischen Wirtschaft ist erreicht – das ist nicht nur die Meinung von US-Präsident Obama zum 787 Milliarden US-Dollar schweren Konjunkturpaket, welches der Kongress am 13.2. verabschiedete. Obama unterschrieb das Gesetz bereits vier Tage später in Denver. Das fast 1100 Seiten umfassende Gesetz, das dreieinhalb Millionen neuer Jobs durch Investitionen in Energie, Transport, Infrastruktur, Bildung und Gesundheitsversorgung schaffen soll, wurde in einer Rekordzeit von gerade vier Wochen auf den Weg gebracht. Es stellt das größte staatliche Investitionsprogramm in der jüngeren US-amerikanischen Geschichte dar – mit fünf Prozent des BIP ist es mehr als doppelt so groß wie der New Deal in den 1930er Jahren, der gerade zwei Prozent der damaligen US-Wirtschaftsleistung entsprach.
Erwin Schweißhelm
Die Finanzkrise ist auch in Indonesien angekommen
(Februar 2009)
Den Zusammenbruch der Lehman-Bank in den USA hätte man in Indonesien fast übersehen. Der muslimische Fastenmonat Ramadan und der sich daran anschließende zweiwöchige kollektive Exodus aus Jakarta überdeckten das Geschehen. Dann ging man zunächst wie andere Schwellenländer davon aus, es werde schon nicht zu schlimm kommen und gerade Indonesien wähnte sich wegen seines Rohstoffreichtums relativ sicher. Als dann aber die Rohstoffpreise, vor allem bei Öl und Gas, Palmöl (zweitgrößter Produzent), Kautschuk (zweitgrößter Produzent) oder Kaffee (an vierter Stelle in der Welt) nur noch den Weg nach unten kannten und die Exportnachfrage einbrach, war die Krise auch in Indonesien angekommen. und plötzlich stand wieder das Gespenst der Asienkrise von 1998 im Raum.
Publikation als pdf-Dokument
Reinhard Krumm
Finanzkrise in Russland: Ende der Märchenzeit
(Februar 2009)
Für eine ungewöhnlich lange Zeit lief für Russland alles nach Plan. Fast eine Dekade erwirtschaftete das Land ein prächtiges Wirtschaftswachstum von durchschnittlich etwa sieben Prozent im Jahr- im ersten Halbjahr 2008 waren es gar acht Prozent- einen Handelsüberschuss und mit fast 600 Milliarden US-Dollar eine der weltweit größten Devisenreserven. Und auch politisch wurde der vorgegeben Plan erfüllt: Als Nachfolger von Vladimir Putin (56) wählten die Bürger den zuvor auserkorenen Kandidaten Dmitrij Medvedjev (43) im März des vergangenen Jahres ins höchste Staatsamt. Mit breiter Brust kündigte die Regierung an, zu den führenden Volkswirtschaften aufzuschließen. Die Finanzkraft sollte sowohl international eingesetzt werden, als politisches Instrument, und innenpolitisch, um dringend anstehende Reformen durchzuführen.
Doch gerade als die Kommentatoren der Zeitungen überheblich an das Jubiläum der Finanzkrise von 1998 als ein lange zurück liegendes historisches Ereignis erinnerten, wurde Russlands Wirtschaft heftig durchgeschüttelt, mit bisher unabsehbaren Folgen. Eine „harte Landung“ konstatierte die liberale Wirtschaftszeitung Vedomosti trocken, das Boulevardblatt Moskovskij Komsomolez verkündete enttäuscht das „Ende des russischen Märchens“.
Publikation als pdf-Dokument
Alexander Fisher, Annette Fugmann-Heesing, Karl Kauermann, Dieter Spöri, Uwe Thomas, Gert von der Groeben
Wege aus der Krise: Zukunfts- und Konjunkturpaket des Managerkreises
(Februar 2009)
Deutschland ist zu Beginn des Jahres 2009 im dritten Quartal in Folge mit einem Negativwachstum konfrontiert. Der internationale und deutsche Konjunkturausblick für 2009 ist alarmierend. Die Konjunkturprognosen für den deutschen Wirtschaftsraum für dieses Jahr variieren zwischen minus 1,8 % bis minus 3,0 %. Auch wenn das Ausmaß der Krise noch unklar ist; alle Prognosen deuten darauf hin, dass es für Deutschland im Jahr 2009 ein Negativwachstum geben wird, mit all den bekannten Auswirkungen, wie: Abbau von Arbeitsplätzen, Abnahme freier Stellen, der Wirtschaftskraft und des Steueraufkommens. Da gleichzeitig die Prognosen für die Wirtschaftsentwicklung im übrigen Europa, Amerika und Asien und damit für die wichtigsten Handelspartner Deutschlands auf einen scharfen Einbruch der wirtschaftlichen Entwicklung hindeuten, besteht die Notwendigkeit nationaler Ankurbelungsmaßnahmen ebenso wie die Notwendigkeit eines international abgestimmten Paktes zum Gegensteuern gegen die Krise.
Publikation als pdf-Dokument
Lesebücher der Sozialen Demokratie
Band 2: „Wirtschaft und Soziale Demokratie“
(Januar 2009)
In bewegten Zeiten ist es um so wichtiger, sich des eigenen Kurses zu vergewissern. Dazu will das neue Lesebuch „Wirtschaft und Soziale Demokratie“ der Akademie für Soziale Demokratie einen Beitrag liefern. Es bietet einen Kompass für eine moderne, wertgebundene Wirtschaftspolitik der Sozialen Demokratie. Welche Prinzipien liegen ihr zugrunde? Wie kann sie praktisch umgesetzt werden? Die Lehre des britischen Ökonomen John Meynard Keynes spielt dabei eine wichtige Rolle. Der neue Band aus der Reihe der "Lesebücher der Soziale Demokratie" kann zum Preis von 5 Euro bestellt oder kostenlos heruntergeladen werden.
Bestell- bzw. Downloadseite
Eric Helleiner
Die Finanzkrise und ihre Reaktionen - was bisher geschah: Fünf Ansätze auf der Suche nach einem Ergebnis
(Januar 2009)
Jede globale Finanzkrise erzeugt neue regulatorische Reaktionen. Die fünf zum jetzigen Zeitpunkt wichtigsten Regulierungsansätze können wie folgt zusammengefasst werden: (i) Schließen regulatorischer Lücken auf internationaler Ebene, (ii) Reform der internationalen Finanzaufsicht, (iii) Widerstand gegen Regulierung, (iv) Kapitalverkehrskontrollen und (v) dezentrale Regulierung.
Eric Helleiner
Crisis and Response. Five Regulatory Agendas in Search of an Outcome
(Januar 2009)
We can identify five main regulatory agendas emerging from the current crisis to date. The first calls upon regulators to strengthen existing international regulations, and the second intends to reform them. The third seeks to resist the push for the re-regulation of financial markets by governments. The fourth calls for greater controls on cross-border movements of capital, and the fifth advocates a decentralization of financial
regulation.
Jacques Sapir
From Financial Crisis to Turning Point. How the US »Subprime Crisis« Turned into a Worldwide One and will Change the Global Economy
(Januar 2009)
The current crisis has been labeled »financial« and there is some truth in that, as the securitization process was a key factor. However, the roots of the crisis are far from being purely financial. Rather we are witnessing the collapse of a specific model of capitalism, as well as the breakdown of the post-Bretton Woods international monetary order. The stakes are obviously high and this crisis is to be a major turning point in the twenty-first century.
Januar 2009
Erklärung des Kocheler Kreises zur aktuellen Wirtschaftskrise
Der Kocheler Kreis der Friedrich-Ebert-Stiftung ist ein Forum der Begegnung von Wissenschaftlern und Praktikern zum Zwecke der wirtschaftspolitischen Beratung. Es handelt sich um einen lockeren Zusammenschluss von Vertretern universitärer und außeruniversitärer Forschungseinrichtungen, der Bundes- und Landespolitik, Gewerkschafts- und Unternehmensvertretern sowie Vertretern der staatlichen Verwaltung. Der Kocheler Kreis trifft sich in der Regel zweimal pro Jahr, um aktuelle und grundsätzliche Fragen der Wirtschafts- und Finanzpolitik zu erörtern.
Stephanie Hell
The response of the United Nations to the global financial crisis
(December 2008)
The global financial and economic crisis emerged in the summer of 2008 and soon affected the whole world. With its origin in the United States, the crisis spread to other developed economies before it increasingly hit emerging markets and developing countries. Within a short time, both Secretary-General Ban Ki-moon as well as General Assembly President, Miguel d’Escoto Brockmann have convened a number of meetings and task forces in reaction to the crisis.
Publikation als pdf-Dokument
Leonid Grigorjew
Globale Finanzkrise 2008 und Wirtschaft Russlands
(Dezember 2008)
Die globale Finanzkrise bremste das rasante Wirtschaftswachstum Russlands: Im Dezember gab die russische Regierung offiziell zu, dass sich das Land in einer Rezession befindet. Wie wird Russland aus der Krise herauskommen? Dank den hohen Erlösen aus dem Rohstoffexport gelang es dem Land in den letzten Jahren, die Wirtschaft zu stabilisieren, den Staatshaushalt auszugleichen und beachtliche Währungsreserven anzusammeln. Dieser positiven Entwicklung stehen aber zahlreiche ungelöste strukturelle und institutionelle Probleme gegenüber. Der Autor bietet einen Überblick über die Auswirkungen der internationalen Finanzkrise auf die russische Wirtschaft – unter Berücksichtigung der Besonderheiten des russischen Finanzsystems – und geht auf die Folgen für den weiteren Verlauf der Modernisierung Russlands ein.
Michael Dauderstädt und Michael Fischer
Eine Wachstumsstrategie für Deutschland
(Dezember 2008)
Angesichts von Finanzmarktkrise und Rezession braucht Deutschland mehr denn je eine kluge Wachstumsstrategie. Um die Wirtschaft nachhaltig wieder in Fahrt zu bringen, müssen nicht nur die Binnennachfrage, sondern auch die Angebotskapazitäten gestärkt werden. Dazu dient am besten ein Programm, wie es im Zukunftsprojekt der Friedrich-Ebert-Stiftung entwickelt wurde: Es verbindet Investitionen in Infrastruktur, Energieeinsparung sowie die Förderung kleinerer und mittlerer Unternehmen mit einem breiten Qualifizierungsprogramm, das sich vor allem auf die bisher vom Bildungssystem benachteiligten Gruppen unserer Gesellschaft konzentriert.
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Jochen Steinhilber
Finanzkrise: Kommt Brasilien glimpflich davon?
(Dezember 2008)
Auch in Brasilien ist der Moment der süßen Genugtuung (und Hoffnung), dass dieses Mal die entwickelten Märkte für die Krise verantwortlich sind und deren Phänomene wie Währungsverfall, Bankenpleiten, Kreditklemme und Sicherungsfonds auch auf London, Frankfurt und New York beschränkt bleiben, rasch verstrichen. Dass Kapital ein flüchtiges Gut ist, musste das Land in den vergangenen Monaten schmerzlich erfahren. Als einer der Profiteure der globalen Kapitalschwemme in den letzten Jahren war Brasilien panikartigen Entwicklungen auf den Finanzmärkten stärker ausgesetzt als andere Länder.
Rudolf Traub-Merz
Finanzkrise: China will mit Binnenwachstum an der Weltwirtschaftskrise vorbei
(Dezember 2008)
Seit sich die Wirtschaftsdaten der Industrieländer dramatisch verschlechtern und alle großen Absatzmärkte für chinesische Produkte gleichzeitig in die Rezession rutschen, wird es auch für Peking brenzlig. Im Vorjahr erwirtschafteten die Ausfuhren noch 38% des Bruttosozialprodukts. Chinas Wirtschaftslenker gingen davon aus, dass die internationale Finanzkrise das Land nicht treffen würde und bremsten sogar mit vorsichtigen Eingriffen die Ausfuhren runter, um eine Überhitzung der Wirtschaft zu verhindern.
Thomas Jorberg
“Ordnungspolitischer Vorrang für die Finanzierung der Realwirtschaft“
(Dezember 2008)
Die Finanzwirtschaft übernimmt wichtige Dienstleisterfunktionen für die Realwirtschaft.
Jede Neuausrichtung des Ordnungsrahmens für Finanzmärkte hat dies zu berücksichtigen. Finanzdienstleistungen, die der Realwirtschaft dienen, sind möglichst wenig zu regulieren, um nicht ihre wohlfahrtssteigernden Wirkungen zu zerstören, während Finanzprodukte, die keinen direkten Bezug zur Realwirtschaft haben, zu verbieten sind. Das Ziel, die Finanzwirtschaft wieder stärker in den Dienst der Realwirtschaft zu stellen, erfordert zudem mehr Transparenz hinsichtlich der
Verwendung von Finanzanlagen und deren sozialen und ökologischen Auswirkungen
sowie eine Bildungskampagne für Privatanleger.
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Christopher Rude
The global financial crisis: what needs to be done?
Briefing Paper 12-2008, FES New York
(November 2008)
Das Papier identifiziert Ursachen für die aktuelle Finanzkrise und deren Auswirkungen auf die Weltwirtschaft, insbesondere im Hinblick auf die sozialen Kosten in Entwicklungsländern. Es plädiert für Reformen des Finanzsektors, um den Vorrang des demokratischen Staates über die Finanzmärkte wiederherzustellen. Besondere Aufmerksamkeit wird einer Revision der 3 Säulen vom Basel II und der Schaffung eines umfassenden Regelungsrahmens gegeben, um die Transparenz zu erhöhen und das Risiko der Finanzmärkte langfristig zu verringern. Das Briefing Paper fasst die Empfehlungen einer Gruppe führender Ökonomen zusammen, die sich am 14.11.2008 auf Einladung von Nobelpreisträger Joseph Stiglitz (IPD, co-sponsored durch die FES) in New York getroffen haben.
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Will Hutton
“Die Neuordnung der Welt liegt diese Woche in den Händen unserer Politiker“
(November 2008)
In New Hampshire erhielten die Volkswirtschaften der Welt vor mehr als 60 Jahren ein neues Gewand. Angesichts ihres Zusammenbruchs ist es nun an Gordon Brown, den Gipfelteilnehmern von Bretton Woods II die nötigen Impulse zu geben.
Jochen Steinhilber
Den Crash überleben - Brasiliens Weg aus der Finanzkrise
(November 2008)
BRIC, RICH und TRIC waren in den vergangenen Monaten die Stars in den Foren, Blogs und Magazinen der Finanzwelt. Die Schwellenländer-Fonds galten als das Ticket ins Morgenland und versprachen angesichts der dynamischen ökonomischen Entwicklung in Ländern wie China, Indien, Brasilien, aber auch der Türkei rasche Zuwächse. Kurz sah es so aus, als könnten die Fondsmanager Recht behalten mit der These, dass das Wachstum zumindest in den großen Schwellenländern schon soweit eine Eigendynamik entwickelt hätte, dass starke Einbrüche selbst bei einer Konjunkturabschwächung in den USA und Europa nicht zu erwarten seien. Im ersten Halbjahr 2008, also ungefähr ein Jahr nach Beginn der Finanzkrise, hatten die Schwellenländer weiterhin flotte Wachstumszahlen zu verzeichnen, darunter auch Brasilien mit einem Anstieg von 6,1% im zweiten Viertel 2008.
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Adalbert Winkler
Geld- oder Finanzsektorpolitik: Wer trägt die Hauptschuld an der Finanzkrise?
(November 2008)
Weltweit haben in den letzten Wochen Regierungen und Notenbanken ihre Bemühungen zur Stabilisierung der Finanzmärkte verstärkt. Parallel zum aktuellen Krisenmanagement hält die Diskussion um die Ursachen der Krise an. Ein Schwerpunkt ist dabei die Frage, ob eine zu laxe Finanzsektorpolitik oder eine zu expansive Geldpolitik die Hauptschuld an den Verwerfungen tragen. Im folgenden Beitrag werden Argumente vorgestellt, die vor allem Änderungen in der Finanzsektorpolitik nahe legen.
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Michael Dauderstädt
Die globale Finanzmarktkrise - kein Fall für Sparpolitik
(Oktober 2008)
Die globale Finanzmarktkrise trifft eine wachsende Weltwirtschaft. Realwirtschaftlich, von Produktion und Bedarf her, spricht wenig gegen weiteres Wachstum. Nur die Kapriolen der Vermögensmärkte gefährden den Wohlstand. Hier muss die Politik eingreifen, um eine Rezession zu vermeiden. Es geht also um mehr als Regulierung. Fundamentale Einkommensungleichgewichte und ordnungspolitische Fehler liegen an der Wurzel der Krise und müssen korrigiert werden.
Christian Kellermann
Europe's Leverage in Financial Market Regulation
(September 2008)
As a reaction to the current financial crisis, there have been growing calls for stronger regulation. While national financial centres can do little in this storm, The EU on account of its size and its weight has greater leverage in the international financial markets to work towards stricter regulations. The present crisis could therefore serve as a catalyst for tightening regulations in the EU itself, as well as global regulations. This policy paper proposes several measures that should be considered in order to build a more solid financial market architecture that could even provide a competitive advantage for European financial market actors.
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Michael Dauderstädt
Vermögensblasen und Bankenkrisen: Risikowachstum oder Wachstumsrisiken?
(August 2008)
Geldpolitik und Finanzmarktregulierung steuern das zukünftige Wachstum, indem sie die Wahrnehmung der Risiken beeinflussen. Die USA haben ihr hohes Wachstum mit unterschätzten Risiken erkauft, Europa relative Stabilität mit geringerem Wachstum. In den Weltfinanzmärkten globalisieren sich aber Risiken leichter als das Wachstum. Wohlstand für alle braucht eine dynamische Geldpolitik und klare Regeln für die Finanzmärkte.
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Hansjörg Herr, Rainer Stachuletz
Deregulierung, Finanzmarktdesaster und Reformoptionen: Die Hoffnung stirbt zuletzt
(Juli 2008)
Deregulierte Finanzmärkte tragen keineswegs zur Wohlfahrt von Gesellschaften bei, denn sie bergen große Instabilitätspotentiale und haben in deflationären Phasen negative Folgen für Wachstum, Beschäftigung, Vermögens- und Einkommensverteilung. Die Entstehung eines »ungeduldigen Kapitalismus«, die voranschreitende Deregulierung, sowie die Zunahme der Spekulation bei gleichzeitiger Herabsetzung der Qualitätsstandards für Kredite haben zu heftigen Vermögensmarktinflationen mit nachfolgenden Deflationen beigetragen. Es besteht Reformbedarf, um die Fehlentwicklungen der letzten Jahrzehnte zu korrigieren.
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Anthony Elson
IMF reform from another angle - towards a more responsive and responsible fund
(Juli 2008)
This meeting was organized jointly by the Brookings Institution (Wolfensohn Center), the New Rules for Global Finance Coalition, and the Friedrich Ebert Foundation (FES). The purpose of the meeting was to bring together the results of a series of regional caucuses in Africa, Asia, Latin America, and the Middle East on IMF reform and the views of experts from Washington-based think tanks and civil society organizations, government representatives and senior officials of the IMF.
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Jörn Griesse & Christian Kellermann
Was kommt nach dem Dollar?
(April 2008)
Der US-Dollar läuft Gefahr, seine Funktion als Weltwährung einzubüßen. Die »harte Landung« der US-Währung wird das Koordinatensystem der Weltwirtschaft verändern. Der Euro könnte aus dieser weltwirtschaftlichen Verschiebung als neue zentrale Reservewährung hervorgehen – mit allen Vor- und Nachteilen, die ein solcher Status mit sich bringt. Nach dem Dollar kommt der Euro. Aber zusätzlich zur steigenden Bedeutung des Euro verstärkt sich der Trend zur währungspolitischen Regionalisierung. Damit verbunden ist die Gefahr neuer protektionistischer Tendenzen in der Weltwirtschaft. In dem Artikel werden die Szenarien der »Weltwährung Euro« und der währungspolitischen Regionalisierung vor dem Hintergrund der anhaltenden Dollar-Schwäche diskutiert. Fazit: Europa muss seine neue Rolle für eine multilaterale Absicherung des neuen Weltwährungssystems nutzen.
Jörn Griesse & Christian Kellermann
What comes after the Dollar?
(April 2008)
The US dollar is at risk of losing its status as the world’s prime reserve currency. The “hard landing” of the US currency therefore holds the potential to change the parameters of the world economy. The euro could emerge as the new world reserve currency – with all the associated costs and benefits. The euro comes after the dollar. But in addition to the growing importance of the euro, the trend toward monetary regionalization will be reinforced. This raises the specter of a resurgence of protectionism in the world economy. The article discusses the scenarios of “euroization” and regionalization of the world’s monetary system against the backdrop of sustained US dollar weakness. The authors advise Europe to leverage its emerging new role to push for a multilateral institutionalization of the global monetary order.
Arbeitskreis Europa
Europäische Finanzmärkte – Tanker oder Nussschale?
(April 2008)
Eine Weiterentwicklung der »positiven Integration« der europäischen Finanzmärkte durch einen mittel- und langfristigen Maßnahmenplan ist in Anbetracht der Lücken und Schwächen im System dringend geboten. Das Ziel einer Regulierung muss die Erhöhung von Stabilität, Rechenschaft und Transparenz sein. Die EU-Kommission kann in der Entwicklung und Durchsetzung eine zentrale Rolle in und außerhalb Europas einnehmen. Der europäische Binnenmarkt gleicht mittlerweile einem Tanker auf den Weltfinanzmärkten, was den europäischen Akteuren ein großes Gewicht in internationalen Verhandlungen gibt.
Regina Bernhard / Christian Kellermann
Against All Debts? Solutions for Future Sovereign Defaults
(Januar 2008)
A core problem of sovereign debt restructuring is the fact that creditor coordination has become increasingly difficult. Problems of collective action arise in the event of a sovereign default due to specific creditor behavior, such as creditors acting as free riders, sudden withdrawals, and the risk of litigation. Existing concepts concerning how to handle sovereign defaults have frequently failed. Therefore two promising alternative proposals are being evaluated, the Fair and Transparent Arbitration Process, which proposes an international insolvency procedure, and the International Debt Framework, a concept associated primarily with the Group of 20.
Jack Boorman
An agenda for reform of the International Monetary Fund (IMF)
(Januar 2008)
Calls for reform of the International Monetary Fund (IMF) are certainly not the only but perhaps the most striking example of the “winds of change” affecting international organizations. Gone are the days when the relevance of the IMF was largely unquestioned and friends and foes alike treated the institution with utmost respect. Today even the Fund’s most loyal supporters engage in painful soul-searching exercises. Like many other international bodies, the IMF suffers from static governance structures and struggles to cope with the worldwide political, economic and financial changes.
Markus Schreyer
Finanzmarktstabilität: Lehren aus der Hypotheken- und Kreditkrise
(Dezember 2007)
Die Stabilität des Finanzsystems ist gegenwärtig durch spekulative Übertreibungen auf den Kredit- und Verbriefungsmärkten gefährdet. Damit gehen erhebliche Belastungen für die reale Wirtschaftsentwicklung einher. Mehr Transparenz und Basel II werden das zentrale Problem, das Herdenverhalten auf den Finanzmärkten, alleine nicht lösen. Dauerhafte Finanzmarktstabilität erfordert zusätzlich ein antizyklisches Regulierungskonzept.
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Christian Kellermann
Kollabierendes Kreditsystem
(September 2007)
Die Krise an den internationalen Finanzmärkten sorgt jeden Tag für neue Schlagzeilen. Die amerikanische Notenbank senkt ihren Leitzins, die Europäische Zentralbank interveniert massiv am Markt, Kunden von Northern Rock ziehen panikartig ihr Geld ab und in Deutschland mehren sich die Gerüchte um weitere große Abschreibungen bei den Banken. Begonnen hat alles mit dem Platzen der Spekulationsblase am amerikanischen Immobilienmarkt. Wie konnte es soweit kommen und was kommt da noch auf uns zu?
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Michael Dauderstädt
Was wir Deutschland schulden
(August 2007)
Die im Aufschwung steigenden Steuereinnahmen bieten eine günstige Gelegenheit, die Staatsverschuldung zu senken. Aber Schuldenabbau sollte die Option aktiver Konjunkturpolitik durch Budgetdefizite erhalten, nicht erschweren. Wachstum braucht immer Schulden. Sie belasten nicht die künftigen Generationen, die vom steigenden Wohlstand profitieren. Eine Umverteilung zwischen Gläubigern und Schuldnern steht in der Zukunft immer an, ob nun der geschmähte Staat oder der geschätzte Privatsektor der Schuldner ist.
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Michael Dauderstädt & Christian Kellermann
Controlling the risks of a global economy: Germany's role
(März 2007)
The integration of the German economy with the global economy contributes strongly to the economic dynamics and prosperity within Germany. As world export champion, Germany benefits from open global markets for goods, services, capital, enterprises and labor. At the same time, liberalization has weakened many national, governmental regulatory competences, except for those that have been transferred to the level of the European Union as part of the integration process. Germany’s one-sided export orientation, as well as the increasing influence of international capital markets in the corporate and banking sectors, contain a number of risks for its own national economy, and also, in the worst-case scenario, for the stability of the global economy. The bottom line, however, is that Germany has benefited from globalization. Those problems that Germany’s economy is currently experiencing (limited growth, unemployment, rising inequality) may be attributed to a complex interaction between foreign economic developments and national economic policies, and cannot be resolved by reducing Germany’s integration in the world economy.
Michael Dauderstädt & Christian Kellermann
Die Risiken der Weltwirtschaft kontrollieren: Deutschlands Rolle
(März 2007)
Die enge Verflechtung der deutschen mit der Weltwirtschaft ist ein wichtiger Motor für die ökonomische Dynamik und den Wohlstand in Deutschland. Als Exportweltmeister profitiert Deutschland von offenen globalen Märkten für Güter, Dienstleistungen, Kapital, Unternehmen und Arbeit. Gleichzeitig schwächte die Liberalisierung viele nationale staatliche Kontrollmöglichkeiten; soweit sie nicht im Zuge des europäischen Integrationsprozesses auf die Ebene der Europäischen Union übertragen wurden. Die einseitige Exportorientierung Deutschlands sowie der zunehmende Einfluss der internationalen Finanzmärkte auf den Unternehmens- und Bankensektor bergen eine Reihe von Risiken für die eigene Volkswirtschaft und im Extremfall auch für die Stabilität der Weltwirtschaft. Unterm Strich hat Deutschland aber von der Globalisierung profitiert. Soweit Deutschlands Wirtschaft heute Probleme aufweist (Wachstumsschwäche, Arbeitslosigkeit, zunehmende Ungleichheit) sind sie einer komplexen Interaktion von außenwirtschaftlichen Entwicklungen und nationaler Wirtschaftspolitik zuzuschreiben, die nicht durch einen Rückbau der außenwirtschaftlichen Verflechtung zu lösen sind.
Heinz-J. Bontrup
Keynes wollte den Kapitalismus retten: Zum 60. Todestag von Sir John Maynard Keynes
(Juli 2006)
Es gibt nur wenige große Ökonomen, wie Adam Smith (1723-1790), David Ricardo (1772-1823), Karl Marx (1818-1883) und Joseph A. Schumpeter (1883-1950), die mit ihren Theorien das wirtschaftliche Geschehen nachhaltig beeinflusst haben und über die nach ihrem Tod so viel Positives wie Negatives geschrieben worden ist. In diese Reihe gehört uneingeschränkt auch der vor sechzig Jahren am 21. April 1946 verstorbene britische Ökonom Sir John Maynard Keynes (1883-1946). Er gab vor dem Hintergrund der Weltwirtschaftskrise (1929-1933) mit seinem 1936 veröffentlichten epochalen Werk „The General Theory of Employment Interest and Money“ (kurz: „General Theory“), den „Anstoß zu einer Revolution in der Wirtschaftstheorie“ (Axel Leijonhufvud 1973).
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Audio-Beiträge der Friedrich-Ebert-Stiftung zur Finanzkrise finden Sie hier.
Veranstaltungen der Friedrich-Ebert-Stiftung zur Finanzkrise finden Sie hier.